Von Hand schreiben macht schlau

Von Hand zu schreiben ist keineswegs altmodisch, sondern bietet jede Menge Potenzial in Sachen Achtsamkeit, Besinnung und Aufmerksamkeit.

Von Hand zu schreiben ist keineswegs altmodisch, sondern bietet jede Menge Potenzial in Sachen Achtsamkeit, Besinnung und Aufmerksamkeit.

Eine Bekannte von uns hat vor einiger Zeit damit angefangen, Worte aufzuschreiben, die vom Vergessen „bedroht“ sind. Auf ihrer Liste finden sich z.B. Ausdrücke wie Schlüpfer (für Unterhose), Backfisch (für Teenager) oder Bandsalat (für verknotete Bänder von Kassetten). Neu aufgenommen hat sie erst kürzlich „von Hand geschrieben“.

Und wirklich, während es noch vor 30/40 Jahren normal war, zum Stift zu greifen, um den Eltern vom Studienort Bericht zu erstatten, der Freundin die Liebe zu versichern oder die Großeltern um eine Finanzspritze zu bitten, haben heutzutage von Hand geschriebene (getippt zählt nicht!) Briefe Seltenheitswert. Das hat einerseits sein Gutes: Denn so erhält eine von Hand verfasste Weihnachtskarte eine sehr viel größere Beachtung und wird eher wertgeschätzt als eine Mail oder virtuelle Karte und je nach Schrift ist das Ganze auch lesbarer.

Wer mit der Hand schreibt, denkt länger über Inhalte nach

Der Nachteil aber ist, dass hinter den Worten, die per SMS, Mail, Skype, Facebook, Twitter & Co. verbreitet werden, häufig wenig Achtsamkeit steckt. Wer sich schönes Briefpapier zurechtlegt, den Füllfederhalter (auch so ein vom Aussterben bedrohtes Wort!) öffnet und dann zum Schreiben ansetzt, denkt länger darüber nach, was er zu Papier bringt. Virtuell wäre selbiges oft gar nicht schlecht, wie man (nicht nur) an so manchem Tweed des designierten amerikanischen Präsidenten denkt.

Eine positive Nachricht lancierte übrigens am Tag der Handschrift – sicher nicht ganz uneigennützig – das Unternehmen Faber-Castell: Kalligraphie fände immer mehr Fans und auch im Berufsleben vebreite sich die Einsicht, dass eine handgeschrie­bene Grußnote oder Bewerbung mehr Eindruck hinterlasse. Doch mit der Hand schreiben, ist mehr als das, davon ist Kalligraphin Kerstin Carbow überzeugt: „Das Schreiben wird in einem hektischen Leben als weitere Möglichkeit genutzt werden, um zur Ruhe zu kommen.“ Und noch ein anderer Aspekt kommt hinzu: Schreiben macht schlau, könnte man plakativ sagen. Psychologieprofessor Daniel Oppenhei­mer von der UCLA in Los Angeles hat herausgefunden, dass Studenten, die per Hand mitschreiben, Inhalte besser erfassen als solche, die das Gehörte in einen Computer tippen. Im von Hand schreiben steckt also jede Menge Potenzial, das die wenigsten von uns nutzen.

Ihr
Andreas Nemeth


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