Positive Nebenwirkungen

Grafik EHIEin Gespenst geht um im stationären Handel – das Gespenst des E-Commerce. Ich hoffe, Sie verzeihen mir diese an Marx/Engels angelehnte Formulierung! Aber die schon fast panische Angst, den die virtuelle Konkurrenz teilweise auf der stationären Handelsseite erzeugt, lädt m.E. zu dieser Assoziation ein.

Nur: E-Commerce ist eben kein Gespenst, sondern längst Realität, mit der (und nicht gegen die) es zu leben gilt. An wie auch immer gearteten Multichannel-Strategien kommt wohl kein Händler vorbei, der auch in zehn Jahren noch Teil des Markts sein möchte. Das heißt nicht notgedrungen, neben dem stationären Geschäft einen Online-Shop betreiben zu müssen, aber zumindest eine professionelle Homepage, die Lust auf den Besuch des Stores macht, sollte so langsam für jeden selbstverständlich sein.

Dass der Online-Handel stationäre Läden sogar beflügelt, fand das EHI Retail Institute, Köln, kürzlich in der Studie „Der Store im Omnichannel-Zeitalter“ heraus. Denn der E-Commerce zeigt deutliche Auswirkungen auf stationäre Geschäfte: So werden Omnichannel-Services, wie Instore-Order und -Return sowie Click & Collect (bereits bei über 40 Prozent der Händler implementiert) zu einem festen Bestandteil von Store-Konzepten, das Trading-up im Marktauftritt des Handels setzt sich weiter fort und viele stationäre Händler investieren in das, was die virtuelle Konkurrenz nicht bieten kann: attraktive Store-Konzepte, die das Einkaufen zum Erlebnis machen.

Dass der Kunde beides will, on- und offline kaufen, und dass es ganz ohne stationäre Präsenz auch nicht so einfach ist, sich zu behaupten, beweist eine andere Tatsache: Jeder zweite der 1.000 größten Online-Shops betreibt schon heute auch stationäre Flächen.

Und die Moral von der Geschicht‘: Kopf in den Sand lohnt sich nicht!

Ihr
Andreas Nemeth

Kommentar verfassen

Deine EINSTELLUNG ENTSCHEIDET!
NEMETH INSIGHT NEWS JETZT ABONNIEREN
Sie können sich jederzeit wieder abmelden.
%d Bloggern gefällt das: