Mi casa es su casa!

Dieses Kunstwerk auf der Berliner Mauer spiegelt die Not von Flüchtlingen eindrucksvoll wider. © Chris Dorney / Fotolia

Dieses Kunstwerk auf der Berliner Mauer spiegelt die Not von Flüchtlingen eindrucksvoll wider. © Chris Dorney / Fotolia

25 Jahre deutsche Einheit begehen wir morgen. Wohl jeder von uns erinnert sich an die Szenen von tanzenden Menschen auf der Berliner Mauer, von Trabbis, deren Fahrer es kaum fassen konnten, dass sie die Grenze „einfach so“ überqueren konnten, von Menschen, die sich im Freudentaumel weinend in den Armen lagen. Zugegeben, die Begeisterung ist auf beiden Seiten der Ernüchterung gewichen. Dennoch ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass es sie gab und dass Schwierigkeiten besser gemeinsam als durch Abgrenzung bewältigt werden können.

Derzeit entfacht die Vielzahl an Menschen, die vor Krieg und Elend fliehen müssen, in unserer Gesellschaft diverse Diskussionen. Ein Thema, das aufkam, war der Ruf nach einer Willkommenskultur. Und wahrhaftig sollte es selbstverständlich sein, Menschen, die mit nicht viel mehr als dem bloßen Leben davongekommen sind, mit offenen Armen zu empfangen. Viele Europäer haben dies in den vergangenen Wochen getan und praktizieren es weiterhin Tag für Tag. Zum Beispiel, indem sie sich an Bahnhöfe stellen und Wasserflaschen verteilen, indem sie Bekleidung spenden, indem sie die Neuankömmlinge aufs Amt begleiten u.v.m.

Wenn ich ansonsten oftmals das Große als Beispiel für das Kleine nehme, so wende ich heute den umgekehrten Weg an. Denn Willkommenskultur sollte ein ständiger Begleiter des Lebens sein. Sei es der Besuch, dem man seine ganze Aufmerksamkeit schenkt und wegen dem man z.B. auf die sonntägliche Sportsendung verzichtet, sei es der Kunde, den man mit einem freundlichen Gruß empfängt und dem man nicht durch Gespräche mit Kollegen Desinteresse signalisiert. „Mi casa es su casa“ ist nicht die schlechteste Haltung – ob man nun Kunden, Freunde oder Fremde begrüßt.

Herzlich
Ihr Andreas Nemeth

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