Loslassen will gelernt sein!

Die sprichwörtliche Affenliebe ist für die reibungslose Nachfolge in Unternehmen eher hinderlich, wenn sie sich auf das Unternehmen bezieht. © punktbar / Fotolia

Die sprichwörtliche Affenliebe ist für die reibungslose Nachfolge in Unternehmen eher hinderlich, wenn sie sich auf das Unternehmen bezieht. © punktbar / Fotolia

Nachfolge ist ein immens wichtiges Thema in Unternehmen. Jedem Inhaber eines florierenden Geschäfts ist bewusst, dass eine nahtlose Übergabe an die nächste Generation – sei es nun intern oder aus Mangel an Interesse bei den oder Vorhandensein von familiären Nachfolgern – für den weiteren Erfolg, ja unter Umständen sogar für das weitere Bestehen des Unternehmens grundlegend ist.

Dennoch passiert es immer wieder, dass sich ältere Unternehmer so sehr an ihre Firma klammern, dass die nachfolgenden Generationen kaum eine Chance haben, die Fäden in die Hand zu nehmen. Queen Elisabeth ist ein – unverfängliches, weil britisches – schönes Beispiel dafür. Sie wird dieses Jahr 90 und macht dennoch keine Anstalten, die Krone an ihren mittlerweile 67 Jahre alten Sohn Prinz Charles abzutreten. Das wird der britischen Monarchie vermutlich nicht das Genick brechen, dennoch wird hinter vorgehaltener Hand über den ewigen Thronfolger gespottet.

Im produzierenden oder Dienstleistungsgewerbe kann derartiges Verhalten verheerende Folgen nach sich ziehen. So ist es möglich, dass beim Ableben des Seniors ein 50-jähriger Sohn ohne Führungserfahrung den Betrieb übernehmen muss und diesen direkt in den Konkurs steuert. Andererseits findet sich zuweilen kein Nachfolger aus der Familie, weil alle die Nase davon voll haben, darauf zu warten, den Senior ablösen zu dürfen. In beiden Fällen bleibt das Unternehmen nicht in Familienhand, und das eigentliche Ziel des Seniors wird somit verfehlt – wofür der durch seine Unfähigkeit loszulassen allerdings selbst gesorgt hat.

Oft hängt dieses Nicht-loslassen-Können damit zusammen, dass es wenig anderes gibt, was dem Leben des Unternehmers Sinn gibt. Steuern Mitarbeiter oder Unternehmer auf den Ruhestand zu und haben diese im Laufe ihres Lebens neben berufsbedingten Verbindungen anderweitige Glückskontakte, dazu zählen für mich auch Hobbys, aufgebaut, fällt Ihnen der Abschied aus dem Berufsleben bedeutend leichter. (Nicht nur) deswegen: Schaffen Sie sich Glücksverbindungen ohne Ende!

Ihr
Andreas Nemeth

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