Ich war’s!

/ Achtsamkeit, Potenzialentwicklung

Auch der Verursacher dieses Scherbenhaufens wird sich vermutlich nicht freiwillig dazu bekennen. © Robert Kneschke / Fotolia.com

Auch der Verursacher dieses Scherbenhaufens wird sich vermutlich nicht freiwillig dazu bekennen. © Robert Kneschke / Fotolia.com

Egal wohin man schaut in Wirtschaft und Politik, viele Missgeschicke – um es einmal zurückhaltend zu formulieren – und keine Verantwortlichen, höchstens mal das ein oder andere Bauernopfer. Diesen Eindruck jedenfalls kann man meines Erachtens bekommen, wenn man an regionale Possen wie die Kölner Wahlzettel-Panne, an Großbaustellen wie den Berliner Flughafen BER oder „kleine Schummeleien“ mit großer Wirkung wie den VW-Abgas-Skandal denkt.

Wo sind diejenigen, die sich hinstellen und sagen: „Ja, ich habe davon gewusst und ich übernehme die Verantwortung und nehme meinen Hut“? Sicher, Herr Winterkorn und Herr Mehdorn sind – vermutlich mit beachtlichem Schmerzensgeld – gegangen. Aber war da wirkliches Schuldbewusstsein zu entdecken, und müssen wirklich nur sie die jeweilige „Affäre“ ausbaden?

Was sich in diesen Fällen vor den Augen der Öffentlichkeit, die sich verwunderlich wenig darüber aufregt, abspielt, findet – so behaupte ich – leider in fast jedem Unternehmen nahezu jeden Tag genauso statt. Sei es das leere Papierfach im Kopierer, sei es der unordentliche Warenpräsenter, sei es das nicht aufgefüllte Regal, sei es ein reklamierender Kunde – nie ist es jemand gewesen, immer sind es die anderen und wenn man es nachweislich „verbockt“ hat, gibt es stets „gute Gründe“ dafür.

Dabei gibt es mindestens genauso gute Gründe, Verantwortung zu übernehmen – man bleibt und ist nämlich Frau bzw. Herr über sein Leben und ist nicht auf das Wohlwollen, z.B. Schweigen, anderer angewiesen. Wer Verantwortung übernimmt, steuert seine Geschicke selbst und bleibt unabhängig – und das ist doch ausgesprochen erstrebenswert, meine ich.

Nur Mut also
Ihr Andreas Nemeth

Kommentar verfassen