Gemeinsam handeln

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Einzelhändler, die nicht einzeln handeln, sondern gemeinsam: Die Mitglieder der Handels-Initiativen 'Münchens erste Häuser' und 'Stuttgarter Traditionsgeschäfte'.

Einzelhändler, die nicht einzeln handeln, sondern gemeinsam: Die Mitglieder der Handels-Initiativen ‚Münchens erste Häuser‘ und ‚Stuttgarter Traditionsgeschäfte‘.

Es gibt Unternehmen, die der Öffentlichkeit gegenüber ausgesprochen zurückhaltend sind, weder Pläne und Zahlen (wenn es nicht unbedingt sein muss) bekannt geben noch Interviews geben. Doch nicht nur die Öffentlichkeit wird quasi als Feind betrachtet, auch Konkurrenz oder besser Mitbewerber werden in diesen Fällen häufig als Bedrohung des eigenen Geschäfts empfunden.

Ganz anders die Handels-Initiativen ‚Münchens erste Häuser‘ (5 Unternehmen) und ‚Stuttgarter Traditionsgeschäfte‘ (10 Unternehmen), die als Wertegemeinschaft gegründet wurden, um die Einkaufskultur und Einzigartigkeit traditionsreicher Häuser in den jeweiligen Städten stärker hervorzuheben. Hier arbeiten Wettbewerber zusammen, um ihrem gemeinsamen Ziel, einer zunehmenden Konformität und Vertikalisierung deutscher Innenstädte entgegenzuwirken, näher zu kommen.

Kürzlich ging die Kooperation noch weiter: Die Mitglieder aus Stuttgart reisten Mitte Oktober nach München. Zweck des Treffens war der gegenseitige Erfahrungsaustausch, das Kennenlernen der Häuser, das Abwägen gemeinsamer Chancen sowie die Behandlung konkreter Fragestellungen und aktueller Herausforderungen im Einzelhandel, die in Stuttgart wie in München gleichermaßen gelten. Gemeinsam erarbeitete Erfolge, aber auch negative Erfahrungen wurden offen diskutiert. „Die Gründung von strategischen Allianzen im Einzelhandel wird immer wichtiger“, stellt Bettina Fuchs, City-Managerin, stellvertretend für die Stuttgarter Traditionsgeschäfte, dazu fest.

Den Vorteil von Austausch und Zusammenarbeit macht auch Caspar-Friedrich Brauckmann, Geschäftsführer Kustermann, stellvertretend für Münchens erste Häuser deutlich: „Wir sind Einzelhändler, handeln aber nicht einzeln, sondern sehen unsere Chance darin, Herausforderungen gemeinsam zu lösen, voneinander zu lernen und Kompetenzen zu bündeln.“

Ich finde diese Initiativen eine gute Sache, die auch in vielen anderen Städten dazu helfen könnten, sich gegenüber Ketten und E-Commerce zu profilieren. Was denken Sie?

Ihr Andreas Nemeth