Du bist wunderbar, so wie Du bist.

Die Headline dieses Beitrags ist eine Aussage, die den Motivationsgrad eines Menschen dramatisch verändert.

Vor Kurzem hatte ich das Vergnügen André Stern (Sohn des Forschers und Malort-Gründers Arno Stern) bei einem Vortrag zu erleben. Eine seiner Hauptbotschaften war: „Du bist gut, so wie Du bist!“ Er bedankte sich unter anderem bei seinem Vater Arno Stern, der ebenfalls auf der Bühne anwesend war, für dessen Haltung, seinen Kindern stets das Gefühl gegeben zu haben: „So wie Du bist, bist Du völlig in Ordnung, ohne wenn und aber.“

In meinen Workshops und Vorträgen werde ich immer wieder gefragt, ob diese Haltung nicht dazu führt, dass ein Kind oder auch ein Erwachsener in seiner Entwicklung stehen bleibt. Müssen wir unseren Kindern nicht sagen, dass sie dieses oder jenes tun müssen, damit sie dieses oder jenes erreichen? Die Antwort von André Stern ist eindeutig: „Genau, das müssen wir nicht!“ Ein Kind ist von Haus aus hochmotiviert und benötigt keine Motivationsstrategien oder Motivationsimpulse von außen.

Wir müssen ein Kind nicht motivieren, dass es das Laufen lernt. Es setzt alles in Bewegung, um sich diese Fähigkeit anzueignen. Trotz vieler Fehlversuche bei den ersten Schritten, steht es immer wieder auf und probiert es so lange bis es perfekt laufen kann. Kein Kind käme auf die Idee, nach den ersten Fehlversuchen aufzugeben oder zu denken, zum Laufen lernen, fehlt mir einfach das Talent. In diesem Alter geben wir unseren Kindern in der Regel auch das Gefühl, dass alles an ihnen wunderbar ist, ohne „Wenn“ und „Aber“.

Mit der Zeit ändert sich diese Einstellung der Erwachsenen gegenüber den Kindern und so passiert es schon ab und zu, dass wir den Kindern das Gefühl geben, es ist eben doch nicht alles so wunderbar mit Dir. „Erst wenn Du Folgendes lernst, dann bist Du auf dem richtigen Weg. Wenn Du Dich folgendermaßen verhältst, dann finden wir dich auch gut.“ Mit der Zeit entsteht dann bereits bei dem kleinen Erdenbürger das Gefühl, dass er eben doch nicht o.k. ist, so wie er ist. Jetzt kommt die Stunde der Motivationsprofis. In jungen Jahren sind das die Eltern und Lehrer. In späteren Jahren sind das die Führungskräfte. Das Ergebnis sind Erwachsene, die das Gefühl haben, irgendetwas stimmt nicht mit mir. Also muss ich an mir arbeiten, damit ich auch tatsächlich o.k. bin.

Viele Menschen denken nun, das ist genau die richtige Einstellung, um sich weiterzuentwickeln und erfolgreich zu werden. Wäre diese Denkweise tatsächlich die richtige Einstellung, dann hätte wahrscheinlich kein Kind auf dieser Welt das Laufen oder das Sprechen gelernt. „So wie ich bin, bin ich wunderbar und mein Umfeld liebt mich, so wie ich bin.“ Das war die Einstellung beim Laufen lernen. Hat diese Einstellung die Kinder abgehalten, sich zu entwickeln? Kinder in diesem Alter sind hochmotiviert und lernen in den ersten Lebensjahren sehr viel und eignen sich unzählige Fähigkeiten an. Denn es macht uns Menschen von Natur aus oder besser gesagt von Geburt an, sehr viel Freude uns weiterzuentwickeln.

Und wenn man ein bisschen über dieses Thema nachdenkt, dann wird einem auch folgendes klar: In dem Moment, in dem ich mich wohl fühle, bin ich auch motiviert und habe auch Lust mir neue Fähigkeiten anzueignen. Es muss mir nicht erst jemand erzählen, dass ich dieses oder jenes schlecht mache, damit ich mich weiterentwickle. Mit einem schlechten Gefühl oder mit negativen Gedanken über sich, steigt zwar der Druck sich weiterentwickeln zu müssen, aber die Freude an der Weiterentwicklung bleibt meist auf der Strecke. Jetzt brauchen wir Motivationsimpulse von außen, am besten Zuckerbrot und Peitsche. In den klassischen Führungstrainings spricht man dann von Lob und Kritik. In unseren Potenzial-Führungstrainings sprechen wir daher lieber von Begleitung und Unterstützung bei der Weiterentwicklung. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Wie kommt man nun an das Gefühl, so wie ich bin, bin ich wunderbar? Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten. Eine sehr gute Möglichkeit ist folgende: Ein Mensch könnte sich einmal aufschreiben, was er in seinem Leben geleistet bzw. vollbracht hat und welche Fähigkeiten er sich im Laufe der Jahre angeeignet hat. Ich bin sicher, dass Ihnen eine Menge einfallen wird. Denn letztendlich hat jeder Mensch eine Menge geleistet, sich angeeignet und vollbracht. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie als Mutter Ihre Kinder großgezogen haben, oder als Mitarbeiter im Verkauf tagtäglich Ihre Kunden begeistern. Ein Hauptschulabschluss war für den einen oder anderen Menschen eine größere Leistung als für so manchen Abiturienten, der das Abitur locker und leicht absolviert hat.

Es spielt bei Ihrem persönlichen Werbespot keine Rolle, ob Sie den Nobelpreis in Physik erhalten haben oder ob Sie als Mitarbeiter der Müllabfuhr täglich für die Sauberkeit in Ihrer Stadt sorgen. Beide Tätigkeiten sind großartige und vor allen Dingen individuelle Leistungen. Wenn Sie also Lust haben, dann gönnen Sie sich einfach ein paar Minuten oder gerne auch Stunden, um sich wieder einmal vor Augen zu führen, wie großartig Sie sind.

Und wenn es nach mir geht, dann denken Sie am besten täglich daran: „So wie Du bist, bist Du wunderbar. Und es gibt jeden Tag zahlreiche Möglichkeiten, diesen wunderbaren Menschen weiterzuentwickeln und ihm neue Fähigkeiten beizubringen.“

Viel Freude bei der Weiterentwicklung wünscht Ihnen

 

Ihr Andreas Nemeth

 

Kommentar verfassen

Motivationstipps frei Haus
NEMETH INSIGHT NEWS JETZT ABONNIEREN
Sie können sich jederzeit wieder abmelden.
%d Bloggern gefällt das: