Die Kunst der Inszenierung

/ Achtsamkeit, Potenzialentwicklung

Schon ein individuelles Ladenschild, wie hier in Wien, kann dafür sorgen, dass der potenzielle Kunde sich emotional angesprochen fühlt. © Stefan Klever

Schon ein individuelles Ladenschild, wie hier in Wien, kann dafür sorgen, dass der potenzielle Kunde sich emotional angesprochen fühlt. © Stefan Klever

Die Emotionalisierung der Verkaufsfläche ist eines der Schlagworte unserer Zeit, wenn es um Möglichkeiten geht, den Kunden für sein Geschäft zu begeistern und ihn weg vom Computer rein in die Stadt zum stationären Handel zu locken.

Ein Fachmann in Sachen Erlebniswelten ist Christian Mikunda. Er hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht, die sich damit beschäftigen, wie durch ein raffiniertes Raumerlebnis verkaufsfördernde Wirkung entfaltet werden kann. Kürzlich ist eine aktualisierte Neuauflage seines Buchs „Marketing spüren“ im Redline Verlag erschienen. Hierin beschäftigt sich der ursprüngliche Film- und Fernsehdramaturg mit Brandlands, Flagship-Stores, Urban Entertainment Centern und hippen Lokalen als öffentlichen Plätzen, an denen man sich zu Hause fühlt und emotional auftanken kann. Diese sogenannten „dritten Orte“ stehen zum einen für ein spektakuläres Erlebnismarketing und sind andererseits begehbare Werbung, die von den Besuchern freiwillig und gern konsumiert wird, da sie direkt an der emotionalen Schiene der Menschen andockt.

Wer offenen Auges durch Städte geht, muss nicht lange suchen, um auf gelungene Beispiele für diese Art der Inszenierung zu stoßen. Seien es, um nur einige Beispiele zu nennen, Kletterwände bei Globetrotter, die Coulée verte René-Dumont in Paris – eine ehemalige, zu einer parkähnlichen Anlage umfunktionierte Eisenbahntrasse, amerikanische Malls z.B. in Las Vegas oder die Swarovski Kristallwelten in Tirol – sie alle ziehen Menschen an und bereichern im besten Fall sogar das Stadtbild.

Doch – wie immer – müssen es gar nicht so imposante Dinge sein. Eine spezielle Dekoration oder ein extravagantes Geschäftsschild, eine außergewöhnlich gestaltete Umkleidekabine oder Kunden-Toilette oder auch besondere Ladenbau-Elemente reichen bereits, um sich von der grauen Masse abzuheben und Kunden ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern.

Ihr
Andreas Nemeth

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